Schuhplattler - Schuhplattler-Sepp der knackig kernige

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Schuhplattler

Bayerisches

Entstehung des Schuhplattlers und seine Formen

Genaue und endgültige Kenntnisse über den Ursprung oder der zeitlichen Entstehung des Schuhplattlertanzes gibt es nicht. Bis heute weiß man allerdings, dass sich das seit Gründung des ersten Trachtenvereins bekannte Schuhplatteln, Mitte des 19. Jahrhunderts nachweisen lässt. Nach dem Tiroler Professor für Volkskunde, Karl Horak, ist der Schuhplattler in der breiten Öffentlichkeit längst zum Inbegriff des bayerischen und tirolerischen Volkstanzes geworden. Ursprünglich aber war der Schuhplattler den Gebirglern, Jägern und Holzknechten vorbehalten. Aus alten Aufzeichnungen erfährt man außerdem, dass es beim Platteln keine festen Formen gab, der Bua konnte sich während des Tanzes nach freiem Ermessen zur Landler-Melodie bewegen, Figuren zeigen, schnaggln und platteln, während sich sein Dirndl im Takt weiterdrehte und vom Buam erst wieder zum Tanzen »eingeholt« wurde. In der vom Mönch des Klosters Tegernsee um 1050 gefassten Ritterdichtung »Ruodlieb« wird ein öffentlicher Tanz geschildert: »der junge Mann springt auf und gegen ihn das Mädchen, dem Falken gleicht er — und sie gleitet wie die Schwalbe; kaum sind sie nahe, sind sie schon vorbeigeschossen — er greift sie werbend an, doch sie sieht man entflattern, und keiner der die beiden schauen darf, vermochte im Sprung und Handgebärde sie zu meistern«. Die darin enthaltene Schilderung von »Sprung und Handgebärde« könnte tatsächlich auf eine frühe Form des Schuhplattlers hinweisen:
Auf ein Werben des Burschen um seine Tänzerin. Das Klatschen in die Hände, das Stampfen auf den Boden und das Schlagen auf die Oberschenkel und Füße verleitete nicht nur Schriftsteller und Volkskundler zum Vergleich mit der Spielhahnbalz.
Wann nun die Vereinheitlichung der Schuhplattler Tanzbewegungen eingesetzt hat, und das so genannte Gruppenplatteln aufgekommen ist, lässt sich kaum mehr genau feststellen. Erwiesen ist jedenfalls, dass die vereinsmäßige Pflege des Schuhplattelns vom Miesbacher Kreis ausging, wo am 15.7.1858 ein Schuhplattlertanz anlässlich des Besuches von König Max II zu Ehren seiner Majestät aufgeführt wurde. Hierbei könnte es sich schon um einen Burschenplattler gehandelt haben, dessen Entstehung in der Ramsau (Berchtesgaden) um 1820 von Franz Hegenbart, München, wie folgt umschrieben wird: Die ersten Plattler im heutigen Sinn waren sehr einfach und deshalb für eine Vorführung wenig geeignet. Der erste für damalige Zeit so »modern«, d.h. anders als bis dahin, getanzte Tanz war der »Neubayrische« oder wie man in der Ramsau sagte der »Pempererstoisserer«, nach der uns bekannten Melodie »Das Dirndl mit dem roten Mieder«
Die Art wie heute in der Alpenregion des Chiemgaues und in weiten Teilen des Gauverbandes 1 geplattelt wird, mit gut sitzenden exakten Schlägen, ist die Folge dieser Entwicklung.


 
 
Letzte Änderung: 22.01.2017
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